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Herzgesundheit im Winter

Roter Handschuh auf dem ein weißes gestricktes Herz liegt

Mit der nasskalten Jahreszeit beginnt nicht nur die Phase der Erkältungen, sondern auch das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen steigt deutlich. Eine britische Studie zeigt, dass sich mit jedem Minusgrad mehr das Risiko für Herzinfarkte erhöht.

Anfällig für niedrige Temperaturen sind insbesondere Senioren und Menschen, die bereits eine Vorerkrankung am Herzen haben. Die niedrigeren Lufttemperaturen können im Körper zu einer deutlichen Verengung der Blutgefäße führen. So muss das Herz das Blut gegen einen stärkeren Widerstand durch den Kreislauf pumpen. Je nach Vorerkrankung kann dies zu einer gefährlichen Überlastung des Herzens führen - bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, um den Wärmeverlust im Körper zu drosseln. Durch die verstärkte Pumpleistung steigt der Blutdruck. Sind Herzkranzgefäße durch Ablagerungen bereits eingeengt, führt dies bei den Betroffenen zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im Herzen.

Das wiederum kann sowohl zu einem Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) führen als auch das Aufbrechen der Ablagerungen (Plaques) in den verkalkten Gefäßen verursachen. Das so entstandene Gerinnsel kann im schlimmsten Fall ein Gefäß ganz verschließen und damit einen Infarkt oder Schlaganfall auslösen.

Zudem ist der Lebensstil in den Wintermonaten meist nicht so gesund wie in Frühling und Sommer. So lockt das gemütliche Sofa weit mehr als ein Spaziergang durch nass-kaltes Nieselwetter. Obst und Gemüse stehen zudem seltener auf dem Speiseplan.

Allerdings erhöht nicht nur die Kälte das Risiko für Herzerkrankungen, sondern auch Luftdruckveränderungen haben einen Effekt. US-Forscher fanden heraus, dass die Herzinfarktrate umso stärker ansteigt, je drastischer der Luftdruck sinkt. Diese starken Luftdruckabfälle treten insbesondere in den Wintermonaten auf. Sie begünstigen vermutlich das Aufplatzen von Plaques in den Gefäßen.

Den Blutdruck im Visier

In Deutschland leiden mehr als 16 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. Betroffen sind etwa 44 Prozent der Frauen und sogar 51 Prozent der Männer im Alter zwischen 20 und 79 Jahren.

Bluthochdruck gehört zu den schleichend auftretenden Erkrankungen und bereitet anfangs meist keine Beschwerden. Erkannt wird ein zu hoher Blutdruck häufig erst durch schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall.

Die Patienten können jahrelang beschwerdefrei leben, während der unerkannte Bluthochdruck immer mehr Blutgefäße und Organe schädigt. International ist Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) definiert als Erhöhung des Blutdrucks auf 140/90 mmHg.

Bei 90 Prozent der Betroffenen lässt sich keine Ursache für die erhöhten Blutdruckwerte feststellen. Man spricht von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Bei den übrigen 10 Prozent ist die Hypertonie eine Folge von bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten (sekundäre Hypertonie).

Beim Blutdruck werden typischerweise zwei Werte angegeben, die als systolischer und diastolischer Blutdruck bzw. oberer und unterer Blutdruck bezeichnet werden. Der Grund dafür ist, dass das Herz das Blut nicht gleichförmig durch den Körper pumpt, sondern in Wellenform.

Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg, als normal werden Werte unter 130/85 mmHg gewertet, wobei in diesem Bereich eine regelmäßige Kontrolle notwendig ist. Der grenzwertige Blutdruck liegt zwischen 130-140/85-90 mmHg. Bei Werten über 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck.

2015 erst wurde der Normwert von 120/80 auf den neuen Wert gehoben. Nun rudern die Fachgesellschaften in den USA, zum Beispiel die American Heart Association, wieder zurück und haben einen neuen Grenzbereich für Bluthochdruck von 130/80 mmHg festgelegt. Damit zählen plötzlich viel mehr Menschen zur Risikogruppe.

Allerdings müssen für die Diagnose "Bluthochdruck" nicht beide Grenzwerte des Blutdrucks überschritten sein. Auch wenn nur einer der beiden Werte (140 bzw. 90 mmHg) erreicht wird, liegt ein Bluthochdruck vor.

Aufpassen bei Anstrengung

Bei extremer Kälte sind vor allem Herzpatienten gefährdet, die Verengungen an den Herzkranzgefäßen aufweisen. Sie sollten bei Kälte auf körperliche Anstrengungen verzichten, bei denen hohe Spitzenbelastungen auftreten können. Dazu zählt beispielsweise das Schneeschippen, insbesondere mit einer handelsüblichen großen Schneeschaufel. Zum einen belastet die Kälte, zum anderen auch die ungewohnte Bewegung, mit der große und schwere Schneemengen bewegt werden müssen.

Kommt es bei der notwendigen Schneebeseitigung oder anderen Winteraktivitäten zu einer unverhältnismäßig starken Atemnot oder gar zu Schmerzen im Brustkorb, muss die Belastung sofort beendet werden.

Es kann sich immer um Herzprobleme handeln, wenn beispielsweise ein Druckgefühl oder ein Brennen im Brustkorb auftreten. Diese Alarmsignale auf Erkrankungen der Bronchien zu schieben, ist vielfach falsch und leichtfertig. Entsprechende Probleme sollten baldmöglich mit dem Arzt abgeklärt werden.

Andererseits sollten auch Herzpatienten im Winter nicht völlig auf körperliche Aktivitäten verzichten. Zu vermeiden sind das Herz überfordernde Belastungen, aber nicht die alltägliche Bewegung an der frischen Luft.

Experten empfehlen, dass man sich auch im Winter drei bis vier Mal pro Woche mindestens 30 Minuten lang bewegen sollte. Optimal ist Nordic Walking, Skilanglauf sowie jede Ausdauersportart, bei der der Puls deutlich bis auf 130 Schläge pro Minute ansteigt.

Bei klirrender Kälte ist es jedoch sinnvoller, in der Halle oder im Schwimmbad zu trainieren. Auch die Tageszeit spielt eine entscheidende Rolle. So sind Herz und Kreislauf insbesondere am frühen Morgen anfällig.

Hilfe für das Herz

Neben ausreichend Bewegung spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle, um das Herz im Winter auf Trab zu halten. Ernährungsexperten empfehlen eine mediterrane Kost für das ganze Jahr - also viel frisches Obst und Gemüse, Olivenöl und Fisch sowie Hülsenfrüchte und Nüsse.

Die letztgenannten liefern viel Magnesium. Dieser Mineralstoff trägt dazu bei, dass sich die Herzmuskulatur entspannt, die Blutgefäße werden geweitet, so dass der Blutdruck sinkt. Zudem wird durch Magnesium das Blut verdünnt und die Blutgerinnung gehemmt, wodurch sich das Thromboserisiko verringert.

Die Naturmedizin setzt zur Stärkung des Herzens seit Jahrhunderten auf die Heilpflanze Weißdorn (Crataegus). Die günstigen Wirkungen auf den menschlichen Lebensmotor werden den oligomeren Procyanidinen zugesprochen.

Durch eine regelmäßige Einnahme von ausreichend hoch dosiertem Weißdornextrakt kann die Herzleistung und damit auch die Belastbarkeit gesteigert werden. Zudem wird die Sauerstoffaufnahme ins Blut erhöht.

Wichtig für das Herz ist auch eine ausreichende Folsäureversorgung. Folsäure ist der natürliche Gegenspieler des Homocysteins, eines Stoffwechselabfallproduktes, das für Herz-Kreislauferkrankungen verantwortlich gemacht wird.

Homocystein kann durch Anreicherung im Blut dazu führen, dass die Zellwände der Blutgefäße aufgeraut werden, so dass sich Plaques dort besser festsetzen. So wird das Gefäß starr und es kommt zur Gefäßverkalkung, der gefürchteten Arteriosklerose.

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